FKA

Benedikt Zoller Coaching

Firmenkundenakademie

AkademieK-01 Finanzanalyse & KreditexpertiseBranchenspezifische Risikosysteme

M05

Branchenspezifische Risikosysteme

Systematische Branchenrisikoanalyse als Basis für differenzierte Kreditentscheidungen

Stratege1 Tag (8 Stunden)Bloom 4–6

Video in Produktion

Dieses Modul wird derzeit als Lernvideo aufbereitet und bald verfügbar sein.

Kapitel

Warum dieses Modul?

Kreditrisiken entstehen nicht im luftleeren Raum – sie sind strukturell in Branchen eingebettet. Ein Bäcker mit 16 % Eigenkapitalquote ist fundamental anders zu beurteilen als ein Zahnarzt mit identischer Quote. Wer Kreditentscheidungen ohne Branchenkontext trifft, entscheidet systematisch falsch.

Dieses Modul gibt Firmenkundenberatern das analytische Handwerkszeug, um branchenspezifische Risikoprofile zu erstellen, externe Benchmarkdaten (Creditreform, BVR, ifo) zu nutzen und das VR-Rating durch fundierte Branchenanpassungen zu schärfen.

Kapitel

Theorie-Input: Porter's Five Forces im Kreditgeschäft

Die Five Forces nach Michael E. Porter (Porter, 1980) sind im Kontext der Kreditvergabe ein mächtiges Instrument zur Bewertung struktureller Branchenrisiken – unabhängig von der individuellen Unternehmenslage.

Für die Kreditvergabe sind folgende Fragen je Kraft entscheidend:

KraftKreditrelevante Frage
Neue KonkurrentenSind Markteintrittsbarrieren hoch genug, um stabile Margen zu sichern?
LieferantenmachtKönnen Rohstoffpreisschwankungen die Marge gefährden?
KundenmachtBesteht Konzentrationsrisiko (wenige Großkunden)?
SubstituteDroht Digitalisierung oder Disruption das Geschäftsmodell zu entwerten?
RivalitätWie intensiv ist der Preiswettbewerb – und wie stark drückt er die Marge?

Ein Branchenrisiko-Score aus den Five Forces (Skala 1–5 je Kraft) ermöglicht es, das strukturelle Risiko einer Branche in die Ratingentscheidung einzuspeisen – und damit MaRisk BTO 1.2 konform zu dokumentieren.

Kapitel

Theorie-Input: Die 5 Kernbranchen im KMU-Segment

Das Modul behandelt fünf branchenspezifische Risikoklassen:

Baugewerbe: Projektrisiken, Fertigstellungsquoten, Rohstoffpreisvolatilität (Stahl, Holz, Beton ±20–30 %), Auftragsbuch als Führindikator
Einzelhandel: Online-Disruption, Flächenumsatz als Kernkennzahl, Lagerumschlagsrisiko, Mietquote (Warnung >15 % des Umsatzes)
Gastronomie: Personalkosten 32–40 % des Umsatzes, Standortbindung, COVID-19-Nachwirkungen, Saisonalität
Verarbeitendes Gewerbe: Auslastungsgrad (kritisch <60 %), Rohstoffpreisrisiken, Exportabhängigkeit, Fachkräftemangel
Heilberufe: Antizyklische Stabilität, Kassenzulassung als Geschäftsmodellbasis, ausgeprägte Nachfolgeproblematik bis 2030

Für jede Branche stehen Benchmark-Kennzahlen (EK-Quote, EBIT-Marge, Zinsdeckung), kritische Frühwarnindikatoren, VR-Rating-Aspekte und typische Kreditauflagen bereit.

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